Diagnostik

Grundlage jeder guten ärztlichen Behandlung ist eine gründliche Diagnostik.

Wichtigster Baustein in der Diagnostik ist das ausführliche Gespräch und eine eingehende körperliche Untersuchung, denn hierbei ergeben sich oftmals schon die wichtigsten Anhaltspunkte und Hinweise. Deswegen nehmen wir uns Zeit dafür. Manchmal bedarf es auch mehrerer Konsultationen, um zum Kern des Problems vorzudringen und die eigentliche Ursache aufzuspüren.

In der Urologie gibt es neben dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung noch eine ganze Reihe an besonderen Untersuchungsverfahren. Wir stellen ihnen auf den folgenden Seiten unsere Diagnostik mit den von uns angebotenen Untersuchungsverfahren kurz vor.

Ich werde untersucht – was muss ich wissen und beachten?

Wenn Sie zu uns in die Urologische Praxis kommen, dann macht man sich im Vorfeld als Patient oft Gedanken. Einige wichtige Punkte möchten wir hier gerne ansprechen und Hilfestellung leisten.

Angst

Der Gang zum Arzt ist immer unangenehm und auch mit Angst besetzt. Als Patient macht man sich unbewusst grosse Sorgen und die Hoffnung, dass alles Gut ist und keine schlechten Nachrichten kommen.

Als Ärzte Ihres Vertrauens wissen wir um diese Sorgen, Ängste und Nöte. Wir versuchen deshalb in der Praxis eine ruhige und freundliche, ja fast familiärer Atmosphäre zu schaffen. Der Aufbau einer stabilen, persönlichen und langjährigen Arzt-Patientenbeziehung ist hierbei hilfreich und eines unserer wichtigsten Ziele.

Wir begrüssen es sehr, wenn Patienten nicht alleine kommen, sondern Angehörige, Partner oder Freunde sie begleiten. Das hilft Angst abzubauen.

Reden Sie mit uns über Ihre Angst, ihre Sorgen oder Nöte. Reden hilft und baut Angst ab.

Sollten Sie starke, scheinbar nicht überwindbare Ängste spüren, so stellt Hypnose hier einen sehr hilfreichen Weg dar. Sprechen Sie mit uns, wenn Sie dieses Angebot nutzen wollen.

Schmerzen

Angst vor dem Arztbesuch geht oft einher mit Angst vor Schmerzen. Unser Ziel ist die schmerzfreie Arztpraxis. Wir stehen zusammen mit Ihrem Hausarzt für ein modernes Schmerzmanagement. Sprechen Sie mit uns darüber.

In der Urologie gibt es einige besondere Untersuchungen, die bei den Patienten gelegentlich Angst auslösen. Dazu gehören die Blasenspiegelung, die Prostata-Probenentnahme (Biopsie) oder die Blasenvermessung (Urodynamik). Hier stehen uns aber schonende  minimalinvasive Techniken und Instrumente und Materialien zur Verfügung, so dass diese Angst eigentlich unbegründet ist.

Die Untersuchungen erfolgen in Betäubung - ob lokal als Betäubungsgel oder auch über spezielle stärkere Betäubungsmittel. Auch Hypnose kann hier sehr gut und unterstützend helfen. 

Blutverdünnung

Viele Patienten nehmen Medikamente, die das Blut verdünnen. Das fördert die Blutungsneigung nach einigen diagnostischen Eingriffen, zum Beispiel bei der Prostata-Probenentnahme. Andere diagnostische Eingriffe sind heutzutage so gewebeschonend geworden, dass Blutverdünnung fast kein Problem mehr darstellt. Als Beispiel sei hier die Harnröhren- und Blasenspiegelung genannt.

Falls sie Blutverdünnung einnehmen, sollten Sie uns darauf bewusst hinweisen. Meistens wissen wir es schon von Ihrem Hausarzt, aber manchmal gehen doch leider Informationen unter. Getreu dem Motto "Doppelt hält besser!" freuen wir uns wenn sie uns auf eine bestehende Blutverdünnung hinweisen.

Wenn die Blutverdünnung für eine Diagnostik oder Intervention abgesetzt werden muss, werden wir ihnen dies mitteilen. Zusammen mit Ihrem Hausarzt legen wir dann genau fest, ab wann und wie lange diese pausiert werden muss und ob sie ein Ersatzmedikament einnehmen müssen.

Infektionen

Wir werden oft von Patienten gefragt, warum sie schon wieder ihren Urin abgeben müssen. Gerade Patienten die öfters bei uns sind, fällt es natürlich auf das wir ständig testen. Die Antwort darauf: zu ihrem Schutz vor Infektionen! Wir wollen verhindern, dass eine Diagnostik oder Intervention in einen bestehenden Harnwegsinfekt hinein erfolgt. Das kann schwerwiegende Infektionen bis hin zur Blutvergiftung (Fachbegriff: Urosepsis) auslösen. Für einige Untersuchungen bedarf es deshalb eines Antibiotikaschutz.

Einige Patienten brauchen eine sogenannte Endokarditisprophylaxe. Dabei handelt es sich um eine vorbeugende medizinische Maßnahmen, die der Verhinderung einer Herzinnenhautentzündung (Fachbegriff: Endokarditis) bei Risikopatienten dient.

Wenn sie ein solcher Patiente sind, hat ihnen ihr Hausarzt oder Herzspezialist einen Endokarditis-Pass ausgestellt. Bitte bringen Sie diesen Pass mit zur Sprechstunde und weisen sie uns bewusst darauf hin. 

Falls sie sich nicht sicher sind und keinen Pass (mehr) besitzen, haben wir hier nochmals die Risikogruppe für Endokarditis aufgelistet:

  • Herzklappenprothese
  • Herzklappenfehler, angeboren Herzfehler
  • Vorangegangene Herztransplantation
  • vorangegangene Endokarditis
  • häufige venöse Punktionen (Dialyse, Drogenmissbrauch IV)

Wie muss ich mich verhalten nach Untersuchungen? Was muss ich noch beachten?

Wir geben ihnen vor und nach der Untersuchung persönlich genaue Anweisungen, wie sie sich zu verhalten haben und was sie beachten müssen. In den meisten Fällen erhalten sie zur Sicherheit noch ein Merkblatt von uns.

Sie können aber auch jederzeit hier auf der Webseite bei den einzelnen aufgeführten Untersuchungen, diagnostischen Interventionen, Therapien und Operation nachschauen. Auch die Merkblätter sind dort nochmals als PDF abgelegt.

Harnröhren- und Blasenspiegelung

Was ist eine Harnröhren- und Blasenspiegelung?

Die Harnröhren- und Blasenspiegelung dient zur Untersuchung von Harnröhre und Harnblase. Die Blasenspiegelung wird im Fachbegriff Zystoskopie genannt. Es handelt sich um eine minimalinvasive Untersuchung, bei der als natürlicher Zugangsweg die Harnröhre benutzt wird. Als Instrument dient ein spezielles endoskopisches Instrument, das Zystoskop. Mit diesem Instrument können wir als Urologen die Blase und die Harnröhre von innen betrachten. Über eine angeschlossene Kamera werden die Bilder auf einen Monitor übertragen, den Sie als Patient auch einsehen können. So können wir Ihnen genau erklären was man sieht und Auffälligkeiten direkt zeigen.

Flexible Zystoskopie_Blasenspiegelung_Urologie_Amriswil

Es gibt starre und flexible Zystoskope. Je nach Modell und Ausführung befinden sich 1-2 Kanäle am Zystoskop. Diese Kanäle dienen zum Spülen und Füllen der Blase mit sterilem Wasser (Kochsalzlösung), oder als Arbeitskanal. Über den Arbeitskanal können zusätzliche Instrumente durch das Zystoskop eingeführt werden, um zum Beispiel Fremdkörper zu entfernen oder Proben aus der Blase zu entnehmen.

 Flexibles Zystoskop_Urologie_Amriswil_NBI  starres Zystoskop_Urologie_Amriswil_NBI
 Endoskop zur Blasen- und Harnröhrenspiegelung: flexibles Zystoskop  Endoskop zur Blasen- und Harnröhrenspiegelung: starres Zystoskop

Wie erfolgt die Harnröhren- und Blasenspiegelung?

Die Blasenspiegelung erfolgt im Rahmen der Sprechstunde unter sterilen Bedingungen in unserem OP- und Endoskopieraum. Die Blasenspiegelung bzw. Zystoskopie kann nur durchgeführt werden wenn sich im Urinschnelltest kein Anhalt für einen Harnwegsinfekt zeigt. Der Eingriff der Zystoskopie erfolgt in örtlicher Betäubung. Dafür wird nach Desinfektion ein Gel in die Harnröhre eingebracht, welches ein örtliches Betäubungsmittel enthält. Nach einer kurzen Einwirkzeit ist die Harnröhre betäubt. Danach kann das Zystoskop vorsichtig durch die Harnröhre bis in die Harnblase eingeführt werden. Über eine Spüllösung wird die Harnblase künstlich gefüllt, damit sie gut und vollständig eingesehen werden kann.

Wie lange dauert der Eingriff? Was muss ich hinterher beachten?

Die Blasenspiegelung dauert nur wenige Minuten und Sie können danach Auto fahren und auch selbstständig nach Hause. Eine Überwachung ist nicht notwendig. Auch die Einnahme eines Antibiotikum ist in der Regel nicht notwendig.

Etwas Blut beim Wasser lösen nach der Blasenspiegelung ist normal und unbedenklich. Es sollte durch viel Trinken rasch aufhören binnen der ersten 2- 4 Stunden nach der Blasenspiegelung. Wenn Sie aber Blutverdünnende Medikamente einnehmen, kann die Blutbeimischung im Urin auch länger anhalten. Auch etwas Brennen nach der Untersuchung ist normal. Auch dies hört rasch wieder auf.

Sie sollten deswegen nach der Blasenspiegelung bewusst viel trinken und in den ersten 2-3 Stunden bewusst öfter auf die Toilette gehen, damit die Blase gut gespült wird. Sollten sich Ihre Beschwerden jedoch nicht bessern oder sogar verschlimmern, sollten Sie umgehend mit uns Kontakt aufnehmen. Besonders anhaltend blutiger Urin, Unvermögen Wasser zu lösen und Zeichen für eine Infektion (Brennen beim Wasser lösen, Fieber) sind Warnzeichen und Sie sollgten mit uns sprechen.

Ich habe Angst vor der Blasenspiegelung! Was gibt es für Möglichkeiten?

Für Patienten mit Angst vor der Untersuchung bieten wir den Eingriff der Zystoskopie auch in Hypnose an. Eine Blasenspiegelung in Hypnose bedarf aber der Vorbereitung. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie die Zystoskopie in Hypnose wünschen. Unsere Hypnosetherapeutin ist auf Wunsch für Sie da.

Für Patienten mit grosser Angst vor der Untersuchung oder bekannten Schwierigkeiten bei der Blasenspiegelung bieten wir die Blasenspiegelung auch in Betäubung an. Hier müssen Sie aber nach dem Eingriff noch einen Weile zur Überwachung in der Praxis verweilen, dürfen danach kein Auto selber fahren und dürfen auch nicht ohne Begleitung alleine nach Hause gehen. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie die Zystoskopie in Betäubung wünschen.

Harnblasenvermessung: Urodynamik

Was ist eine Harnblasenvermessung?

Die Harnblasenvermessung ist eine Spezialuntersuchung in der Urologie. Im Fachbegriff wird die Harnblasenvermessung als Urodynamik bezeichnet. Die Untersuchung dient zur Beurteilung der Funktion der Harnblasen und Harnröhre. Mit ihrer Hilfe können die Speicherfähigkeit der Blase, die Entleerungsfähigkeit der Blase sowie die Funktionsfähigkeit des Harnröhrenverschluss getestet und beurteilt werden. Die Urodynamik dient zur genauen Abklärung von Inkontinenz und Blasenentleerungsstörungen. 

Besonders bei Patienten mit neurologischen grunderkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Multipler Sklerose usw wird diese Untersuchung angewandt. Sie wird aber auch eingesetzt zum Beispiel bei Patienten mit Prostatavergrösserung und unvollständiger Blasenentleerung, bei denen es unklar ist, ob wirklich nur die Prostatavergrösserung der Grund für die Blasenentleerungsstörung ist.

Die Urodynamik ist kein einzelner Test, sondern eine bestimmte Abfolge ineinander übergehender Messungen: Blasendruckmessung (Fachbegriff : Zystometrie), Harnflussmessung (Fachbegriff: Uroflowmetrie) und Harnröhrendruckprofil (Fachbegriff: Urethradruckprofil).

Wie erfolgt die Urodynamik (Harnblasenvermessung)?

Die Urodynamik erfolgt ambulant im Rahmen einer Spezial-Sprechstunde in unserer urologischen Praxis unter sterilen Bedingungen im OP- und Endoskopieraum. Die Urodynamik kann nur durchgeführt werden wenn kein Harnwegsinfekt besteht.

Deswegen müssen Sie bei uns in der urologischen Praxis 1 Woche vor der geplanten Untersuchung eine Urinprobe abgeben. Sollte sich in dieser Urinprobe ein Harnwegsinfekt zeigen, werden wir Sie darüber telefonisch informieren und den Infekt vor der Untersuchung behandeln.

Für die Blasenvermessung wird die Harnblase mit einem Einmalkatheter entleert. Danach werden die Messkatheter eingelegt und Sensoren angeschlossen. Hierbei wird ein hauchdünner Messkatheter über die Harnröhre vorsichtig in die Blase eingelegt, in den Enddarm ein Druckmesser. Zusätzlich werden Hautsensoren (Elektroden) im Bereich des Beckenbodens angebracht. Mit Hilfe einer computergesteuerten urodynamischen Messstation wird die Blase über den Messkatheter mit körperwarmer Flüssigkeit ( Kochsalzlösung) gefüllt. Im weiteren Verlauf der Messung wird der Patient aufgefordert die Blase zu entleeren und Wasser zu lösen. Während der Blasenbefüllung und Entleerung werden die Druckverhältnisse in Harnblase und Bauchraum (Enddarm) sowie die Anspannung des Beckenbodens bestimmt und aufgezeichnet. Im Anschluss an die Entleerung kann über einen speziellen Rückzug des Messkatheters aus der Harnröhre der Verschlussmechanismus der Harnröhre bestimmt werden. 

In seltenen Fällen erfolgt die Blasenvermessung in Kombinationn mit Röntgenaufnahmen der Harnblase und des Harntrakt. Diese spezielle Form der Blasenvermessung wird als Video-Urodynamik bezeichnet.
Diese zusätzlichen Röntgenaufnahmen helfen in ganz speziellen Fragestellungen, die Funktionsweise von Beckenboden und Harnblase besser beurteilen zu können.

Wie lange dauert der Eingriff? Was muss ich hinterher beachten?

Die Blasenvermessung selber dauert circa 30 Minuten. Aber mit Vor- und Nachbereitungszeit und ausreichend Zeit für die Bespechung der Befunde sollten Sie etwa 1 Stunde für diesen Arzttermin einplanen.

Sie können danach Auto fahren und auch selbstständig nach Hause. Eine Überwachung ist nicht notwendig. Falls Sie zur Untersuchung noch Antibiotika einnehmen aufgrund eines Harnwegsinfektes, besprechen wir mit Ihnen wie lange Sie die Antibiotika noch einnehmen müssen.

Sie sollten nach der Blasenvermessung den Rest des Tages bewusst viel trinken und in den ersten 2-3 Stunden bewusst öfter auf die Toilette gehen, damit die Blase gut gespült und entleert wird.

Sollten Sie auch am Tag nach der Blasenvermessung noch Beschwerden haben, sollten Sie umgehend mit uns Kontakt aufnehmen. Besonders anhaltend blutiger Urin, Unvermögen Wasser zu lösen und Zeichen für eine Infektion (Brennen beim Wasser lösen, Fieber) sind Warnzeichen und Sie sollten mit uns sprechen.

Ich habe Angst vor der Blasenvermessung! Was gibt es für Möglichkeiten?

Für Patienten mit Angst vor der Untersuchung bieten wir die Untersucnung auch in Hypnose an. Eine Blasenvermessung in Hypnose bedarf aber einer intensiven Vorbereitung. Die Hypnose ist hier komplex. Ist die Hypnose zu tief, kann sie das Ergebnis verfälschen. Ist die Hypnose zu flach, wird Ihre Angst nicht ausreichend gedämpft. Bitte sprechen Sie mit uns, wenn Sie die Blasenvermessung in Hypnose wünschen. Unsere Hypnosetherapeutin ist auf Wunsch für Sie da.

Eine Blasenvermessung in Betäubung ist nicht möglich, da die Narkose bzw. Betäubung die Untersuchungsergebnisse verfälscht.

Moderne Bildgebung und Röntgenuntersuchung in der Urologie

Die moderne Urologie ist ohne die Möglichkeiten der modernen Bildgebung undenkbar. Viele Fortschritte und Erfolge der Urologie basieren auf den heutigen Möglichkeiten der Bildgebung. Unter Bildgebung werden hierbei neben dem Ultraschall die speziellen Röntgenuntersuchungen des Harntraktes sowie die  Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT) oder die Positronen Emisions Tomografie (PET) verstanden. Aber auch spezielle optische Systeme bei der Harnröhren- und Blasenspiegelung wie das Narrow Band Imaging (NBI) gehören dazu sowie alle Funktionsprüfungen in der Urologie wie Knochenszintigrafie oder Nierenfunktionsszintigrafie. Ein grosser Vorteil der modernen Darstellungsmethoden ist, dass neben Aussagen zum inneren Körperbau auch Aussagen über die Funktion möglich sind.

Ultraschall - Sonografie

 Beim Ultraschall handelt es sich um die für den Körper schonendste Untersuchungstechnik. Beim Ultraschall werden die inneren Organe als Bilder dargestellt abhängig vom ihrem Schallabsorptionsprofil. Die Ultraschalluntersuchung ist schnell, leicht verfügbar und in geübten Händen extrem präzise und zuverlässig. Deswegen hat sie sich in der Urologie auch als Standardverfahren durchgesetzt. Die Nieren und die Beckenorgane wie Harnblase, Gebärmutter, Eierstöcke und Prostata sowie die männlichen Geschlechtsteile (Hoden/Penis) lassen sich mit dem Ultraschall hervorragend darstellen und kontrollieren. 

Ultraschall Niere_urologie_Amriswil   

Computertomografie - CT

Die Computertomographie ist ein sogenanntes Schnittbildverfahren. Dabei kreist eine Röntgenröhre um den Patienten und fertigt aus verschiedenen Richtungen Bilder der inneren Organe und Strukturen an, sodass aus zweidimensionalen Bildern dreidimensionale Datensätze werden. Aus diesen Datensätzen werden die Bilder errechnet und in abgestuften Grautönen wiedergegeben. Das CT kann ohne Kontrastmittel (nativ-CT) oder mit Kontrastmittel (KM-CT) durchgeführt werden. Durch Zugabe von Kontrastmitteln können mit Hilfe der CT sehr gute und präzise Aufnahmen des Harntrakt und der inneren Organe gemacht werden. Nachteilig an der CT ist die im Vergleich zur Magnetresonanztomografie hohe Strahlenbelastung. Die Strahlenbelastung eines CT des Brustkorb (CT-Thorax) ist 80-mal höher als eine klassische Röntgenaufnahme des Brustkorb (Röntgen-Thorax in 2 Ebenen) und entspricht der natürlichen Strahlenbelastung in der Schweiz von 4 Jahren. Über sogenannte "low-dose"-Protokolle kann Strahlenbelastung deutlich geenkt werden. Wann immer möglich und ausreichend, melden wir für Sie immer Untersuchungen in "low-dose"-Protokollen an. Bei Zugabe eines Kontrastmittel muss man stark auf die Nierenfunktion, mögliche Allergien und Erkrankungen der Schilddrüse achten. Deswegen untersuchen wir vor einer CT-Bildgebung ihr Blut und bestimmen den Nierenwert und unter Umständen ihre Schilddrüsenwerte.

   Computertomografie der Nieren

Magnetresonanztomografie -MRT

Die Magnetresonanztomographie ist auch ein sogenanntes Schnittbildverfahren. Im Gegensatz zur CT werden hier aber nicht Röntgenstrahlen verwendet, sondern mit Hilfe eines starken Magnetfeldes die Wasserstoffatome im Körper in Schwingung versetzt. Die Schwingung der Wasserstoffatome kann gemessen und in Bilder umgewandelt werden. Auch bei der MRT werden Kontrastmittel verwdendet je nach Fragestellung. Auch beim MRT muss bei der Anwendung von Kontrastmittel auf die Nierenfunktion und auch auf das Zentralnervensystem geachtet werden. Wichtig ist auch, dass Metallimplantate im Körper des Patienten zu Wechselwirkung mit dem Magnetfeld führen können. Die Dauer einer MRT-Untersuchung beträgt in der Regel 30 Minuten.

In der Urologie kommt in den letzten Jahren immer mehr eine spezielle MRT der Prostata zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes multiparametrisches MRT (mpMRT). Das mpMRT erlaubt die hochauflösende Darstellung der Prostata und zeigt präzise die Lage und Grösse auffälliger Areale, hinter denen sich Prostatakrebs verstecken kann. Das mpMRT stellt aber nur auffällige Herde dar. Es weist keinen Prostatakrebs nach. Dafür bedarf es einer Probenentnahme aus den auffälligen Areal. Ekin mpMRT der Prostata ersetzt somit nicht die Probenentnahme. Diese spezielle MRT-Untersuchungen der Prostata dauert etwa 40 Minuten.

Besonders bei unklaren Leisten- und Beckenbodenschmerzen ist das upright-MRT hilfreich, ermöglicht es funktionelle MRT-Aufnahmen im Sitzen, beim Pressen, bei Bewegung und vielem mehr. Ein weiterer Vorteil des upright-MRT ist die offene Bauweise. Hier profitieren Patienten mit ausgeprägter Klaustrophobie - umgangssprachlich als Platzangst bezeichnet. Dank dem upright-MRT kann bei diesen Patienten ein MRT durchgeführt werden ohne Gabe von Beruhigungsmittel oder einer Betäubung (Sedierung). 

MRT_Prostata_Urologie_Amriswil  MRT-Diagnostik_Urologie_Amriswil

Positronen Emisions Tomografie (PET/PET-CT)

Beim PET (Positronen-Emissions-Tomografie) handelt es sich um eine hochspezielle und aktuell wohl die modernste Bildgebung. Das PET arbeitet mit Hilfe radioaktiv markierter Substanzen. Meist wird hierzu ein spezieller Zucker verwendet. Nach Einschleusen dieser Substsanzen in kleinsten Mengen in den menschlichen Körper werden diese markierten Substanzen im Stoffwechsel des Körpers umgebaut und verteilt. Diese Prozesse können mit einer PET-Kamera aufgezeichnet werden und in farbkodierte Bilder umgewandelt werden. In Bereichen des Körpers mit hohem Stoffwechsel reichert sich dieser Zucker mehr an, was wiederum sich in Farbänderungen in den Bildern zeigt. Um besser zuordnen zu können, welche Region die vermehrte Stoffwechselaktivität aufweist, wird das PET mit einem CT kombiniert. Die reine Untersuchungszeit im Gerät beträgt 20-40 Minuten. Der gesamte Zeitbedarf inklusive Vorbereitungszeit liegt bei 2-3 Stunden, da der radioaktiv markierte Zucker ca. eine Stunde braucht, bis er sich im ganzen Körper angereichert hat.

Ein PET-CT dauert mit Vor- und Nachbereitung etwa 2-3 Stunden. Im PET-CT-Gerät selber liegen sie nur 20-40 Minuten. Aber der radioaktiv markierte Zucker, den die Untersuchung benötigt, baucht etwa eine Stunde um sich ausreichend im Körper zu verteilen.

Für Patienten mit Platzangst sei angemerkt, dass sie bei der Untersuchung entspannt auf einer Liege liegen. Diese bewegt sich durch eine weite Öffnung in das kurze PET/CT-Gerät hinein. Sie sollten sich also nicht beengt fühlen.

In den letzten Jahren hat eine spezielle PET-CT-Untersuchung die Bildgebung beim Prostatakrebs revolutioniert. Hier wird einem speziellen Marker gearbeitet, der an das Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA) andockt. Dieses PET-CT heisst PSMA-PET.

PET-CT-Bildgebung_Urologie_Amriswil

Spezielle Röntgenuntersuchungen des Harntrakt

In der Urologie werden eine ganze Reihe an speziellen Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel angewendet. Dabei werden in der Regel nur strahlengeminderte sogenannte Durchleuchtungsbilder angewendet.

Bei den Untersuchungstechniken können Harnröhre , Harnblase und Harnleiter und Nierenbecken mit Hilfe von eingebrachtem Kontrastmittel dargestellt werden. Das ermöglicht uns Urologen krankhafte Veränderungen zu erkennen.

 Zystografie_Röntgenkontrastmitteldarstellung Harnblase_Urologie_Amriswil Retrogrades Pyelogramm_Urologie_Amriswil   Harnröhrendarstellung_Urologie_Amriswil

Knochenszintigrafie

Besonders im Zusammenhang mit Krebsleiden ist die Frage eines Knochenbefalls sehr wichtig. Besonders Prostatakrebs streut sehr gerne und bildet Ableger in den Knochen mit entsprechenden Folgen: Krebs-bedingte Knochenbrüche, Knochenschmerzen, Nerveneinengungen bei Befall der Wirbelkörper, usw.

Mit Hilfe eines radioaktiv markierten Substanz können die Absiedelungen in den Knochen sichtbar gemacht werden. Dafür wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz dem Patienten über das Blut zugeführt. Diese Substanz lagert sich dann in den Knochen ein. Je mehr Stoffwechsel ein Knochen oder Knochenabschnitt aufweist, desto mehr radioaktive Strahlung gibt er ab. Diese wird mit einer Gammakamera von aussen gemessen. Die Untersuchung ist sehr zeitaufwendig und dauert je nach Fragestellung bis zu 5 Stunden. Der Patient muss also sehr viel Zeit und Geduld mitbringen. Es gibt immer wieder Wartezeiten bei der Untersuchung, wo der Patient auch viel trinken muss.

Knochenszintigrafie_Urologie_Amriswil

Nierenfunktionsszintigrafie

Für eine grosse Zahl an Erkrankungen ist die Frage nach der Nierenfunktion von grösster Wichtigkeit. Diese Frage wird mit der Nierenfunktionsszintigrafie beantwortet. Bei dieser Untersuchung wird ebenfalls mit Hilfe einer radioaktiv markierten Substanz, welche über die Nieren ausgeschieden wird, die Funktion der Nieren in ihrer Gesamtheit und nach beiden Nieren getrennt bestimmt. Es können hierbei auch Aussagen dazu getroffen werden, ob der Urin normal die Nieren verlässt oder ob es eine Abflussstörung des Harns aus dem Nierenbecken gibt.

Eine Stunde vor Beginn der Untersuchung müssen Sie als Patient etwa einen Liter Wasser trinken. Die Untersuchung selber dauert etwa eine halbe Stunde. Während dieser Zeit wird Ihnen mehrmals Blut entnommen.

Nierenfunktionsszintigrafie_Urologie_Amriswil

Optische Systeme - Narrow Band Imaging

Modernste optische Systeme erlauben in Kombination mit speziellen Filter- und HD-Technologien eine nie dagewesenen Auflösung und Darstellung von Gewebe. Besonders bemerkbar macht sich dies in der Endoskopie der Harnröhren- und Blasenspiegelung. Mit dem uns zur Verfügung stehenden narrow-band-imaging (NBI) der Firma Olympus können auffällige Areale in der Harnblase präziser und sicherer erkannt und eingeordnet werden. Das verhindert, dass insbesondere kleinste und flache Blasentumore übersehen werden.

Die Kontrolle der Harnblase mit NBI führen wir routinemässig in unserer Praxis bei allen Blasenkrebs-Patienten im Rahmen der Nachsorgen durch und bei allen Patienten, bei denen der Verdacht auf Blasenkrebs besteht.

NBI_Technologie zur Blasenkrebsdetektion_Urologie_Amriswil NBI_Technologie zur Blasenkrebsdetektion_Urologie_Amriswil
   

Probenentnahme aus der Prostata - Prostatabiopsie

Prostata und Probenentnahme - warum?

Die Probenentnahme aus der Prostata wird im Fachbegriff als Prostatabiopsie bezeichnet. Die Prostata ist die Vorsteherdrüse beim Mann. Sie liegt um die Harnröhre herum zwischen Beckenboden und Harnblase und vor dem Enddarm.

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Früh erkannt ist der Prostatakrebs sehr gut behandelbar und heilbar. Besteht der Verdacht auf eine bösartige Veränderung des Prostatagewebes, ist die Entnahme von Gewebeproben der wichtigste Schritt in der Abklärung und Diagnostik. Damit man genau und präzise diese Proben entnehmen kann, erfolgt zuvor ein spezielles MRT der Prostata (mpMRT).

 Lage der Prostata im kleinen Becken_Urologie_Anmriswil
 Lagebeziehung der Prostata im Körper zu Harnblase und Enddarm

Wie verläuft eine Prostatabiopsie?

Die Probenentnahme aus der Prostata erfolgt in der Regel bei uns in der Sprechstunde oder ambulant im Spital. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Vor der Untersuchung wird der Urin auf eine versteckte Infektion untersucht. Zum Schutz vor Infektionen erhalten Sie einen Antibiotikaschutz. 

Für die Prostata-Probenentnahme gibt es 2 Verfahren: entweder erfolgt die Gewebeentnahme durch den Enddarm hinweg (transrektal). Oder die Probenentnahme erfolgt über den Damm-Bereich (perineal). Bei beiden Methoden wird Gewebe mit Hilfe spezieller Stanznadeln unter Ultraschall-Sicht aus der Prostata entnommen. Dies geschieht in der Regel in örtlicher Betäubung. Die aus der Prostata entnommenen Gewebeproben werden noch unmittelbar nach der Entnahme auf ihre Qualität kontrolliert und anschliessend zur feingeweblichen Aufbereitung und Untersuchung an ein Speziallabor (Fachausdruck: Pathologie) gesandt.

Nach der Probenentnahme dürfen Sie wieder nach Hause gehen. Das Ergebnis der Gewebeprobenentnahme liegt in der Regel nach 5-7 Werktagen vor und wird direkt vom Speziallabor an uns übermittelt. Sobald die Gewebeprobe vorliegt, erhalten Sie einen Termin zur Besprechung der Befunde.

Dank dem vor der Prostatabiopsie durchgeführten multiparametischem MRT der Prostata kann die Präzision der Probenentnahme erhöht werden. Dieses Verfahren wird als Fusionsbiopsie bezeichnet.

System zur Fusionsbiopsie der Prostata_Urologie_Amriswil  mpMRT Prostata mit MRT Fusionsvorbereitung_Urologie_Amriswil Probenentnahme-Schema der Fusionsbiopsie der Prostata_Urologie_Amriswil
Fusionsbiopsie-System zur präzisen Gewebeprobenentnahme aus der Prostata: mpMRT-Prostata mit Darstellung der Entnahmezonen ("biopsy plan & shot cores")

Was für Beschwerden können nach der Prostatabiopsie auftreten?

Dank moderner und sehr stark standardisierter Technik ist die Prostatabiopsie ein sicheres und komplikationsarmes Verfahren. Ein Grossteil der Beschwerden, die nach dem Eingriff auftreten können, bilden sich binnen Tagen wieder zurück. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • Blutiger Urin und/oder Blut beim Stuhlgang
  • blutiger Samenerguss (dieser kann in selten Fällen sogar Wochen anhalten und ist unbedenklich)
  • Schwierigkeiten mit Wasser lösen, sehr selten eine totale Harnsperre 
  • Dranggefühl und gehäuftes Wasser lösen
  • Infektionen mit Fieber, Brennen beim Wasser lösen und häufiger Harndrang

In seltenen Fällen kann es aber zu einer schweren Infektion des Harntrakt und der Prostata kommen mit Notwendigkeit der hochdosierten Antibiotikagabe über die Vene (Fachausdruck: intravenös) und Spitalaufenthalt.

 

 

Probenentnahme aus der Haut

Wann bedarf es der Probenentnahme aus der Haut?

Der Genital- und Unterleibsbereich ist kein kleiner Abschnitt der Körperoberfläche, der mit Haut bedeckt ist. Einige Erkrankungen, um die wir uns als Urologen kümmern und behandeln, betrifft die Haut. Dazu zählen nicht nur Geschlechtskrankheiten, sondern auch Infektionen, gut- oder bösartige Wucherungen, aber auch Verletzungen oder Reizungen und vieles mehr.

Oftmals wurden diese Hautveränderungen, Geschwüre oder Gewächse schon lange beobachtet und mit diversen Salben oder Hausmitteln behandelt, bevor wir es gezeigt bekommen. In diesen Fällen ist es sinnvoll, eine kleine Probe zu entnehmen. Die Probe ermöglicht es oftmals, Erkrankung und Ursache der Veränderung zu klären und die richtige Therapie einzuleiten.

Wie wird die Probe entnommen?

Art und Umfang der Probenentnahme hängen sehr stark davon ab, um was für eine Hautveränderung oder Wucherung/Geschwulst es sich handelt. Manchmal genügt eine kleinste "Kratzproben", manchmal braucht es eine "Punchbiopsie", manchmal muss ein komplettes Stück aus der Haut herausgetrennt werden. Der Grossteil der Probenentnahmen erfolgt in örtlicher Betäubung direkt in unserer Praxis im Praxis-eigenen OP. 

Hautstanzen_Urologie_Amriswil 
 Sogenannte "Punch"-Stanzen zur Hautproben-Entnahme

Spermiogramm - Spermienprobe

Wann und Wozu wird eine Spermienprobe bzw. Spermauntersuchung durchgeführt?

Eine Spermienprobe oder Spermauntersuchung wird im Fachausdruck als Spermiogramm bezeichnet. Eine Spermauntersuchung wird ausgeführt wenn es um Fragen der Fruchtbarkeit des Mannes geht - ob bei unerfülltem Kinderwunsch zur Beurteilung der Zeugungsfähgikeit, oder aber nach Unterbindung (Vasektomie) zur Erfolgskontrolle. Spermienflüssigkeit (Ejakulat) wird gelegentlich auch untersucht, wenn Verdacht auf eine Infektion der Samenblasen und/oder Prostata besteht.

Spermien_Urologie_Amriswil

Wie wird ein Spermiogramm durchgeführt?

Grundsätzlich wird für ein Spermiogramm frisches Sperma benötigt. Das Sperma sollte in einem speziellen Probenbehälter gesammelt werden. Volle Kondome oder Tupper-Plastikboxen sind dafür ungeeignet. Für die Spermienprobe erhalten Sie von uns direkt das richtige Probenmaterial. Wichtig ist auch, dass Sie vor der Probenentnahme die empfohlene sogenannten Karenzzeit von 3 Tagen einhalten. Während dieser 3 Tage sollten Sie keinen Geschlechtsverkehr ausüben, und auch auf das Masturbieren verzichten.

Das weitere Vorgehen richtet sich danach, wofür die Spermienprobe gemacht wird. Handelt es sich um eine Spermienprobe/Spermiogramm nach Unterbindung, können sie die Probe direkt bei uns in der Praxis abgeben und wir leiten diese an das Speziallabor weiter zur Analyse.

Handelt es sich aber um ein Spermiogramm, mit dem die Fruchtbarkeit beurteilt werden soll, dann muss dieses so frisch wie möglich und so schnell wie möglich in einem Speziallabor untersucht werden. Deswegen erhalten Sie von uns alle Unterlagen und Informationen und den Probenbehälter in der Praxis. Die fertige Spermienprobe müssen Sie aber direkt im Speziallabor Milagro/Kreuzlingen oder Fiore/St.Gallen abgeben. Nur dann ist eine hohe Qualität und zuverlässige Aussagekraft gewährleistet. 

Im Speziallabor wird die Spermienprobe nach strengen Kriterien untersucht und standardisiert ausgewertet nach den Richtlinien der WHO (World Health Organisation, Weltgesundheitsorganisation). 

Da die Samenproduktion stark schwankend ist, sollte bei Fragen der Familienplanung nicht nur ein Spermiogramm beurteilt werden. Wir empfehlen hier in Übereinstimmung mit allen internationalen Experten zwei Spermiogramme im Abstand von mindestens 4 Wochen. Nur dann sind verlässliche Aussagen möglich.

Für die Kontrolle des Erfolges der Vasektomie (Unterbindung) erfolgt das erste Spermiogramm nach 8 Wochen mit in dieser Zeit mindestens 20 - 30 Samenergüssen (Praxistip: Masturbation). Ein Wiederholungsspermiogramm nach einem Jahr wird von vielen Fachgesellschaften empfohlen.

Wer trägt die Kosten für ein Spermiogramm?

Spermiogramme zur Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsch, zur Beurteilung der Zeugungsfähgikeit, oder aber nach Unterbindung (Vasektomie) zur Erfolgskontrolle werden in der Regel nicht von der Grundversicherung übernommen und müssen oft selber bezahlt werden. Die Kosten sind abhängig von Art und Umfang des Spermiogramm. 

Urinproben, Abstriche, Spülungen

Urinproben

In der Urologie ist die Untersuchung des Harn ein zentraler Bestandteil der Diagnostik und der Vor- und Nachkontrolle der Therapie.

Bei den Untersuchungen des Harns unterscheiden wir verschiedene Methoden.

Neben dem klassischen Urinstreifentest (Urinstix) werden eine ganze Reihe weiterer Untersuchungen angewendet:

  • Urinkultur: Urin wird angezüchtet auf einem Nährboden, um Bakterien nachzuweisen und ihre Art und Empfindlichkeit auf Antibiotika zu testen
  • Sammelurin: Urin wird vom Patienten gesammelt über 24 Stunden und analysiert auf seine Bestandteile und Zusammensetzung.
  • Urinsediment: Urin wird unter dem Mikroskop analysiert und auf seine Bestandteile hin untersucht
  • Urin-Schnelltests: siehe das Kapitel Schnelltest und das Kapitel liquid biopsy

Urinanalyse_Urologie_Anmriswil

Abstriche, Sekrete und Spülungen

Bei Abstrichen, Sekreten und Spülungen handelt es sich um die Entnahme von Ausfluss, Eiter, Wundsekret, Körperflüssigkeiten oder Spülungen von Wundhöhlen oder Körperöffnungen.

Ziel dieser Probenentnahmen ist es, bei Infektionen den Erreger zu finden und/oder bei unklaren Veränderungen zu sehen ob es eine Entzündung oder eine bösartige Veränderung ist. 

Die Probenentnahme ist in der Regel schmerzlos und unkompliziert und liefert fast immer wertvolle Hinweise.

Typisch in der Urologie sind Abstriche aus der Harnröhre, Entnahme von Sekret aus infektiösen Wunden am Genital oder auch Spülungen der Harnblase zur Suche nach Krebszellen bei Verdacht auf Harnblase-, Harnleiter- oder Nierenbeckenkrebs.

Schnelltests

Oftmals ist man besorgt wenn man mit Beschwerden zu uns in die Praxis kommt und möchte Ergebnisse sofort und nicht erst in Tagen. Hier helfen Schnelltests und geben Orientierung.

Besonders ist der Schnelltest ein Thema bei der Frage nach sexuell übertragbaren Infektionen. Ähnlich einem Schwangerschaftstest bestehen diese Schnelltest aus kleinen Test-Kassetten mit maschinell auslesbarem Ergebnis. Binnen 10 Minuten liegen die Befunde aus kleinsten Blut-, Urin- oder Sekretmengen vor und Syphilis, Gonokokken, Chlamydien, Trichomonaden sowie HIV, Hepatitis, Streptokokken B und vieles mehr können ausgeschlossen werden oder nicht. Aber auch Tumormarker (PSA) , Hormone (Testosteron, FSH, LH, bHCG, AFP) und Entzündungsmarker (CRP, Neo-PT,PCT) liegen mittlerweile in Schnelltest-Form vor.

Nicht alle Schnelltest sind zuverlässig genug, dass auf einen Standard-Bestätigungstest verzichtet werden kann. Gerade bei den Schnelltest für sexuell übertragbare Erkrankungen wie Syphilis, Gonokokken oder HIV muss man aufpassen. Hier gibt es dutzende von Testsystemen auf dem Markt und diese sind auch zum Teil im Handel frei erhältlich. Aber nur sehr wenige Schnelltest messen präzise und zuverlässig und haben eine FDA-Zertifizierung. Wichtig bei Infektions-Schnelltest ist, den zeitlichen Verlauf zu berücksichtigen, denn nicht jede Infektion ist gleich zu Beginn nachweisbar. Der grosse Vorteil der kleinen, unauffälligen Testkasetten ist aber gerade im Hinblick auf sexuell übertragbare Krankheiten die Sicherung der Privatsphäre und Vertraulichkeit.  

Genetische Test und "liquid biopsy"

Liquid Biopsy - Flüssigkeitsbiopsie

In den letzten Jahren hat sich der Bereich der molekularen Diagnostik extrem weiterentwickelt und zu einer explosionsartigen Entwicklung beigetragen. Diese neuen Diagnoseverfahren der Genetik und Molekularmedizin werden allgemein als «liquid biopsie» bezeichnet. Sie bilden in zunehmendem Masse die Grundlage einer modernen, an den Patienten angepassten, integrativen Tumortherapie. Alleine auf dem Gebiet der Diagnostik des Prostatakrebs und des Blasenkrebs sind in den letzten Jahren unzählige "liquid Biopsy" Testsysteme auf den Markt gekommen. Als Probenmaterial dienen Blut- oder Urinproben, zum Teil auch Gewebeproben. Deswegen ist der Begriff "liquid biopsy" eigentlich nicht ganz korrekt, denn es werden nicht immer nur Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin verwendet. 

Beispielhaft für "liquid biopsy"-Testsysteme seien hier für das Prostatakarzinom genannt: SelectMDx® (MDx Health, Nijmegen, NL); Prolaris Genexpressionstest CCP (Myriad Genetics GmbH, Zürich); Foundation One® (Foundationmedicine/Roche, ZürichCH), ExoDx® Prostate IntelliScore urine exosome assay (Exosome Diagnostics, Inc., Waltham, MA, USA), OncotypeDX® Genomic Prostate Score (Genomic Health, Inc., Progensa™ (Gen-Probe Inc., San Diego, CA, USA); 4KScore® Test (OPKO Lab, Nashville, TN, USA), Decipher® Prostate Genomic profiling (Decipher Biosciences, Inc.,USA)

Der Grund warum so viele und verschiedene Testsysteme auf dem Markt sind, ist das diese auch oftmals unterschiedliche Fragestellungen beantworten oder völlig unterschiedliche Parameter bestimmen. Die Testsysteme messen zum Beispiel Gen-Expressionsmuster, Zellbestandteile oder Enzyme und Stoffwechselendprodukte, manchmal sogar in Kombination mit dem etablierten Tumormarker PSA und weiteren Unterformen des PSA. Ziel der "liquid biopsy"-Testsysteme ist es bei der Diagnostik und damit vor allem auch bei der Therapieentscheidung zu unterstützen. Denn es gilt die wirklich aggressiven Prostatakarzinome zu entdecken und Übertherapie zu vermeiden. 

Auch beim Blasenkrebs sind mittlerweile ähnliche Testsysteme auf dem Markt, die mit Urinproben arbeiten. Ziel dieser Systeme ist die verbesserte Früherkennung von Blasenkrebs, aber auch die bessere Überwachung und Nachsorge von Blasenkrebspatienten. Ein Testsystem hilft sogar bei der Entscheidung für die Wahl einer Chemotherapie. Beispielhaft für diese "liquid biopsy"-Systeme beim Blasenkrebs seien hier genannt: Xpert®Bladder Cancer (Axon Lab AG, Baden, CH), NMP22®Bladder chek (Alere GmbH, Dortmund, D); Bladder EpiCheck® (Nucleix Ltd., Rehovot, Israel) UBC® Rapid (Concile GmbH, Freiburg, D), Nadal®BCA/Hb Combo (nal von minden GmbH, Moers, D), BTA stat® (HITADO GmbH, Möhnesee, D), Decipher® Bladder Genomic profiling(Decipher Biosciences, Inc., ,USA)

Sollte bei Ihnen eine solche "liquid biopsy" in Frage kommen und hilfreich sein, werden wir das Testsystem inklusive aller Vor- und Nachteile und Kosten erörtern und einsetzen falls gewünscht.

 

       
       

Genetische Test

Gerade beim Thema Familienplanung und unerfüllter Kinderwunsch finden wir nicht zu selten im Rahmen der Abklärung  Veränderungen, die auf einen Gen-Störung hinweisen. Aber auch bei Häufung von Krebsleiden in einer Familie ist die genetische Abklärung bei einigen Krebserkrankungen wichtig und empfehlenswert.

Bei der genetischen Abklärung und Beratung arbeiten wir eng mit dem Institut für Medizinische Genetik der Universität Zürich zusammen. Die Kosten für die dortige Beratung (Konsultation) in der genetischen Sprechstunde werden von der Krankenversicherung oder IV übernommen. Es muss allerdings zuvor eine Kostengutsprache gestellt werden und eine Zuweisung durch uns muss erfolgen. Inwieweit die Kosten für allfällige Laboranalysen von der Krankenversicherung übernommen werden, wird vorort mit Ihnen besprochen und abgeklärt.

Genetische Analyse_Urologie_Amriswil